Rainer Heute (seit 2026)

Rainer Heute ist ein „Eigengewächs“ des LJJO Hessen: Der stilistisch breit aufgestellte Musiker begann seine berufliche Laufbahn neben seinen Aktivitäten im Jazz unter anderem als Zirkusmusiker. 1987 nahm er an der Swiss Jazz School in Bern ein Musikstudium auf. In dieser Zeit war er auch Mitglied im LJJO und spielte dort Baritonsaxophon. Er war Teil der Besetzung der ersten CD-Produktion der „Kicks & Sticks“ mit demselben Namen, die mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.
Ab 1990 arbeitete Heute über den Zeitraum von drei Jahren mit Chaka Khan in deren europäischer Band „Zebra“ zusammen. Anschließend war er acht Jahre lang bei der SWR Big Band engagiert, die gerade den Umbruch von „Erwin Lehn und das Südfunk-Tanzorchester“ zu einer modernen Bigband mit mehreren Grammy-Nominierungen vollzog.
Parallel dazu war er neben stilistisch sehr unterschiedlichen Projekten auch regelmäßiger Gast bei der hr-Bigband, der er 2001 als Baritonsaxophonist und Bassklarinettist fest beitrat.
Neben Lehraufträgen an diversen Hochschulen und Verbandsarbeit (Mitgründung der IG Jazz Rhein-Neckar) leitet er bis heute zwei Bigbands und sieht bei deren Auftritten seine Rolle als kenntnisreicher Kommunikator zwischen Musikerinnen und Musikern, geschichtlichem und musikalischem Hintergrund und dem interessierten Publikum.
„Wer wie ich das Glück hatte, noch mit so vielen großen Jazzmusikern zu arbeiten, die später zu Legenden wurden oder auch verkannt oder vergessen wurden, hat eine gewisse Verantwortung, den Spirit weiterzugeben. Unsere Musik lässt sich durch die Notenschrift nur teilweise vermitteln, ist aber glücklicherweise fast vollständig in Aufnahmen dokumentiert. Hören und Verinnerlichen der Altmeister sind die Zutaten, aus denen junge Musikerinnen und Musiker ihren eigenen Sound und ihr Rollenverständnis im Ensemble und als Solisten entwickeln können“, so Heute.
Seit Mai 2026 verstärkt er den Förderverein des LJJO Hessen als Präsident und freut sich darauf, seine Expertise mit den heranwachsenden Generationen zu teilen.
Foto: Detlef Kinsler
Chris Walden (2012 – 2026)

Der vielseitige deutsche Jazzmusiker lebt und arbeitet als Arrangeur, Dirigent und Komponist in Los Angeles und leitet nebenbei auch noch eine eigene Big Band. Und das sehr erfolgreich: er ist 6-fach Grammy-nominiert und wurde mit mehreren Goldenen und einer Doppel-Platinum Schallplatte ausgezeichnet.
Chris Walden spielt seit seiner Kindheit Trompete und Klavier und schrieb schon während der Schulzeit Arrangements für Big Bands. Er gehörte zur Gründungsgeneration des Bundesjazzorchesters unter der Leitung von Peter Herbolzheimer. Zuvor holte ihn Wolfgang Diefenbach als Gasttrompeter zum Landesjugendjazzorchester Hessen.
Nach seinem Studium an der Musikhochschule Köln hat er als Arrangeur und Gastdirigent für nahezu alle deutschen Radio Big Bands und Rundfunkorchester gearbeitet. Er begann mit dem Arrangieren von Filmmusik, zuerst als Assistent und Arrangeur von Herbolzheimer für den Film Schtonk, später auch als alleiniger Komponist mit der Vertonung vieler deutscher Kinofilme sowie Fernsehproduktionen und -serien für ARD, ZDF und RTL. Danach ging es direkt weiter nach Hollywood, wo er sich seitdem intensiv der Filmkomposition für Kinoproduktionen und Fernsehmusiken widmet und als Arrangeur und Komponist bereits für Größen wie Paul Anka, Michael Bublé, Christina Aguilera, Paul McCartney, George Michael, Diana Krall, Barbra Streisand, George Benson, Stevie Wonder, Aretha Franklin, Natalie Cole, Andrea Bocelli, Michael Brecker, Rod Stewart, David Foster und viele andere mehr tätig war.
Jiggs Whigham (2006 – 2012)

Jiggs Whigham zählt zu den herausragenden Größen des Jazz und gilt als einer der führenden Jazz-Posaunisten.
Wolfgang Diefenbach und Jiggs Whigham arbeiten schon seit der Gründungsphase des Landesjugendjazzorchesters Hessen zusammen: so war der Posaunist bereits Dozent bei der 1. Arbeitsphase und bei dem 1. Konzert des Orchesters 1985 als Solist dabei. In den Folgejahren ist Jiggs Whigham mehrfach als Gastsolist bei großen Konzertereignissen des Orchesters aufgetreten und hat sich als Dozent bei den Arbeitsphasen engagiert. Während der Australientournee hat er bei den überwältigenden Auftritten beim Sydney Domain Park Jazz Festival als Gastsolist mitgespielt.
Jiggs Whigham ist auf der CD „Kicks and Sticks“ des Orchesters als Solist bei „T-Time“ zu hören. Auf der Live-CD „Celebration“ verleiht er gleich zwei Stücken: „Buckeye blues“ und „I’d be serious about the blues“ seine ganz eigene Solostimme auf höchstem spielerischen Niveau. Das Posaunensolo von Jiggs Whigham bei seiner eigenen Komposition „Cape Clipso“ ist eines der Highlights auf der komplett Latin-orientierten CD-Produktion „Corazón Latino Especial“.
Albert Mangelsdorff (1995 – 2005)

Der legendäre Posaunist Albert Mangelsdorff war der international bekannteste und einer der innovativsten deutschen Jazzmusiker. Er hat sich zeitlebens für die Belange begabter Nachwuchs-Jazzer und insbesondere für die Mitglieder des Orchesters eingesetzt. Die gemeinsamen CD-Produktionen und Live-Konzerte stellten eine immense Herausforderung und gleichzeitig Ansporn für die jungen Musiker dar, seine Musik zu bewältigen und zu verinnerlichen.
Das Landesjugendjazzorchester Hessen und Albert Mangelsdorff sind gemeinsam auf den CDs „Celebration“ und „Touch Of Lips“ zu hören. Im Jahr 1996 arrangierte und spielte er anlässlich des 10jährigen Jubiläums der Band ein eigenes Stück, das wie weitere Mitschnitte des Galakonzerts auf der Live-CD „Celebration“ zu finden sind. Seine „Blues Variations“ auf der CD „Touch Of Lips“, die im Jahr 2001 produziert wurde, ist ein unvergessliches, bleibendes Zeugnis seiner Verdienste um die Förderung des Musikernachwuchses.
Bill Ramsey (1985 – 1995)

Bill Ramsey war einer der profiliertesten Jazz- und Blues-Vokalisten. Zehn Jahre lang war er unermüdlich und ehrenamtlich für das Landesjugendjazzorchester Hessen aktiv und setzte sich voller Idealismus für die Jazz-Nachwuchsmusiker ein. Nach nur einer Arbeitsphase attestierte er der Band 1985 einen fast professionellen Standard und war im selben Jahr als Solist bei dem 2. Konzert des Orchesters dabei. Bill Ramsey ist mit dem Landesjugendjazzorchester Hessen bei einer ganzen Reihe anspruchsvoller Konzertereignisse aufgetreten und hat die Idee zu den Sendungen „Big Band & Bill – live Jazz“ mitentwickelt. Die Live-Sendungen des Orchesters mit Bill Ramsey, Debbie Cameron und Silvia Droste wurden im ZDF (3SAT) ausgestrahlt.
Bill Ramsey hat bei den CD-Produktionen „Kicks and Sticks“ und „Celebration“ des Orchesters als Solist mitgewirkt. Sein bluesiger und vom Timing her mit schwebendem rhythmischen Sound durchsetzter Gesangsstil wurde von den Musikern in ein farbenfrohes und swingendes Klangbild eingebettet. Die Erfahrungen des Routiniers und die Spontaneität der jungen Musiker harmonieren dabei in ausgefeilter Couleur.